ASW-Fachveranstaltung 
"Preis der Angst" - Wege aus der Vertrauenskrise


Mittwoch, 23. April 2003 | CS-Forum Uetlihof, Zürich
 

"Angst essen Seele auf".

An diesen Rainer Werner Fassbinder Filmtitel hat Jürg Metz sicher nicht gedacht, als er als ASW-Vorstandsmitglied und Organisator die ASW-Fachveranstaltung "Der Preis der Angst - Wege aus der Vertrauenskrise", vom 23. April 2003 im CS-Forum Uetlihof Zürich, ins Leben rief. Und dennoch behielt dieses Rainer Werner Fassbinder Zitat seine Richtigkeit bei allen an diesem Nachmittag gehaltenen Referaten.

Vor allem bei großen Unternehmen lähmt die Angst das Treffen von Entscheidungen. Wenn nur Analysten in der heutigen Zeit Quartalziele in Frankenbeträgen vorgeben, bleibt häufig das auf der Strecke, was der Firma ein Überleben in den nächsten drei Jahren gesichert hätte: langfristige, nachhaltige Entscheidungen die nicht nur auf kurzfristige Erfolge zielen.

Lars Thomsen, CEO von "future matters", München, zeigte auf, dass Manager einiges zu lernen haben. Manager in Boom-Zeiten zu sein, ist banal im Vergleich zu dem was erfolgreiches Führen in Krisenzeiten bedeutet. Auch im Bereich "future Marketing" wird sich in der nächsten Zeit einiges ändern müssen. Bei der heute überwältigenden Flut von Informationen bleibt kaum Zeit für Intuition, Erfahrung und Mut, den neuen Parametern des Erfolges im 3. Jahrtausend.

Jörg P. Krebs, Mitglied der Geschäftsleitung Schweiz Tourismus, zeigte in seinem Referat neue Möglichkeiten bezüglich Präsenz Schweiz, die bei der heutigen, aktuellen Tourismuslage nötig sind.

Alfred Hiestand, Hiestand Holding AG, überzeugte mit seinen Ausführungen zum Thema "Führungskonflikte zwischen Praktiker und Theoretiker". Sein Fazit: "Erfolg kann niemals Lohn der Angst sein, aber auf jeden Fall aus der Umkehr einer Vertrauenskrise erwachsen".

Bei dieser gut besuchten ASW-Fachveranstaltung zeichneten sich erste Ansätze zu Lösungskonzepten ab: Mehr Mut zum Risiko und somit auch zu klaren Entscheidungen.

In dem von Filippo Leutenegger geführten Panelgespräch mit den Referenten und dem Publikum zeichnete sich auch bei der Auftraggeberseite ein Paradigmen Wechsel ab. Der Anspruch auf persönliche Marketing- und Werbeberatung nimmt zu, was der Trend weg von den grossen Werbeagenturen hin zu kleineren inhabergeführten Agenturen bestätigt. Die persönliche, auf Langfristigkeit ausgelegte Zusammenarbeit, wird wider wichtiger.

Fazit dieser gelungenen Fachveranstaltung:

Wieder mehr Mut zum Risiko. Mut zu längerfristigen Investitionen. Wissen, dass wenn durch Verunsicherung keine Entscheidung getroffen wird, dies die schlechteste aller Entscheidungen ist.