Rückblick der ASW-GV 2017


Freitag, 12. Mai 2017 | auf dem Stanserhorn, Stans NW

 

ASW-GV auf 2'000 Metern über dem Alltag.


Wenn Bauern ihre Gülle ausbringen, ist mit Regen zu rechnen. Oder mit einem Gewitter. Oder mit beidem. In unserem Fall war es beides. Nebst Nebel. Aber dieser tut hier nichts zur Sache.

Bereits an der Talstation der Stanserhorn-Bahn war das zu erwartende Wetter also klar. Wobei das allgegenwärtige Geschmäcklein und die Zugseilbahn ein harmonisches Paar bildeten. Die Bahn wurde 1893 erbaut, die ziemlich schrägen und damit waagrecht zum steilen Hang stehenden Sitzbänke erinnern an frühere Zeiten, als Fahrgäste die direkten Stösse von den Rädern noch als Vertrauensbeweis für die Solidität des Rollmaterials werteten, als die sanften Matten, so wie immer seit 1893, in Zeitlupe an den unverglasten Wagonseiten vorbei zogen und als richtige Karton-Billets von einem richtigen Kondukteur mit stilgerechter Uniform und ebensolcher Kopfbedeckung mit einer richtigen Billet-Zange entwertet wurden.
Nostalgie pur! Und Natur pur. Auch in der Nase.




Die zweite Etappe der Anfahrt auf das 1'898 M. ü. M. gelegene Stanserhorn wurde auf modernstem Niveau bewältigt. Die Seilbahn CABRIO ist die erste und vorerst einzige dieser Art in der Schweiz und bietet eine begehbare Dachterrasse. Ein Riesengaudi für Schwindelfreie und Wetterfeste. Oben angekommen, erwarteten den durch 124 Jahre Bergbahngeschichte geschleusten Besucher ein Rundblick auf 100 km Berg-Panorama und zehn Schweizer Seen. Bei klarem Wetter. Wir hielten uns an den Ständer mit den Postkarten.

Für seine Verhältnisse relativ pünktlich eröffnete der nach neun Jahren abtretende Präsident Michael Waldvogel die 54. ordentliche Generalversammlung der ASW und führte den Umständen entsprechend (der Apéro hatte länger gedauert als geplant und der süffige Weisswein schmeichelte dem Gaumen wie klares Gletscherwasser) durch die Traktanden, die unter den gestrengen Augen des weitaus apérofesteren Stimmenzählers Guido Schuppisser allesamt und einstimmig gutgeheissen wurden. So jedenfalls steht es im Protokoll.




Die Verabschiedung von Michael Waldvogel wurde von seinem designierten Nachfolger Ivan Zumbühl mit allen Eigenheiten eines waschechten Nidwaldners zelebriert. Ein bebilderter und witziger Rückblick auf neun Jahre "Michi live", begleitet von Anekdoten und Internas in gereimter Form. Der Betroffene war sichtlich gerührt und heilfroh, dass gleich anschliessend das Neumitglied Felix Rinderer, Designalltag Winterthur, offiziell willkommen geheissen wurde und sein verdientes ASW-Zertifikat in Empfang nehmen konnte.






Die Wahl des neuen ASW-Präsidenten Ivan Zumbühl ging schlussendlich ebenso geschmeidig vonstatten wie jene des Vorstands sowie des Ersatz-Revisors Christian Fluri.




Im Anschluss an die formellen Geschäfte führte ein Stanserhorn-Ranger die mittlerweile ziemlich aufgekratzte Gesellschaft in Flora und Fauna rund ums Stanserhorn sowie in die Geschichte der Erbauer der Bahnen ein und vergass auch nicht, die grandiose Aussicht von diesem wunderbaren Flecken zu loben und uns zu einem erneuten Besuch zu ermuntern. Mal sehen. Oder eben nichts sehen. Oder vielleicht zuerst im Bauernkalender nachsehen.

Das abschliessende Nachtessen im Drehrestaurant war nicht jedermanns respektive jederfraus Sache. Jedenfalls brauchte ein sehr gutes Orientierungsvermögen, wer für länger als zehn Minuten das Restaurant verliess, zum Beispiel für eine Rauchpause, und anschliessend seinen angestammten Sitzplatz möglichst fehlerfrei und auf direktem Weg ansteuern wollte – er war plötzlich an einem ganz anderen Ort. Wie in Drehrestaurants halt üblich.

Wie auch immer: Die Stimmung war grandios, Agenturvertreter und Geladene haben sich prächtig unterhalten und die Rückfahrt im Dunkel der mittlerweile abgetrockneten Nacht bot beeindruckende Blicke auf die partiell erleuchtete Zentralschweiz, die sich kunstvoll an die Gestade der offenbar doch zahlreich vorhandenen Seen schmiegte.


 

Fotos:
Christian Höfliger, www.christianhoefliger.com
und ASW Geschäftsstelle



 

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