Megura AG Werbeagentur ASW

11:39:48 04.07.2017  |  Ursi Grob

 

Traditionelle Gautschete auf dem Zentrumsplatz Wettingen


Seit dem 16. Jahrhundert werden ausgelernte Buchdrucker und Polygrafen «gegautscht». Dieser Tradition bleibt man bei der Werbeagentur Megura in Wettingen treu, was die frischgebackene Polygrafin EFZ Samara Keller am eigenen Leib erfahren durfte.

Mit den Worten: «Packt an! Lasst ihren Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen beide Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturzbad oben drauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauf.» eröffnete der Gautschmeister René Utiger die Gautschete von Samara Keller mitten auf dem Zentrumsplatz. Kurz darauf landete sie in hohem Bogen in einem Feuerwehrbecken mit 3000 Litern kühlem Wettinger Wasser. Damit wurde Samara Keller, welche die Lehre als Polygrafin EFZ mit Berufsmatura erfolgreich abgeschlossen hat, von allen Sünden der Lehrzeit reingewaschen. Auf das Berufsleben ist sie ohnehin bestens vorbereitet, schliesslich hat sie in der Full-Service-Agentur Megura gelernt, wie man digitale und gedruckte Werbung so gestaltet und produziert, dass sie nicht nur schön aussieht, sondern den Kunden auch messbare Erfolge bringt.

Die «Gautschete» ist ein alter Buchdruckerbrauch. In einem überraschenden Akt wird der Gäutschling gepackt, zu einem Wasserbecken transportiert und schwungvoll darin getaucht. Wie es der Brauch will, wehrte sich Samara Keller nach Kräften. Als ihr Widerstand langsam nachliess, konnte sie gefesselt, in einen Käfig gesteckt und vor den Augen zahlreicher Schaulustiger auf dem Zentrumsplatz in Wettingen gegautscht werden – bei den sommerlich warmen Temperaturen fast schon eine Wohltat. Die Feuerwehr Wettingen hatte extra dafür ein grosses Wasserbecken aufgebaut. Am Ende der Zeremonie erhielt Samara den ersehnten Gautschbrief.

Das ganze Team von Megura bedankt sich bei Samara Keller für vier erlebnisreiche Jahre und wünscht ihr viel Glück auf ihrem weiteren Werdegang. Mit Nik Imboden steht der nächste Lehrling schon in den Startlöchern – und die nächste Gautschete hoffentlich schon bald bevor.



Gautschen
Die Bezeichnung «Gautschen» ist der Fachsprache der Papiermacher entnommen. Man versteht darunter den feierlichen Taufakt, der den Ausgelernten berechtigt, sich im Kreise der Gehilfen als Berufsgenosse zu fühlen. Als Bestätigung, dass der Ausgelernte die «Wassertauf ad posteriorum et podexiorum» erhalten hat, wird ihm anschliessend ein Gautschbrief ausgehändigt. Diese Urkunde ist kein Lehrbrief, sondern eine Art Zunftzeugnis, das den Inhaber als redlichen Jünger der Druckerkunst ausweist.


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